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Themen:
Hintergrund
Geschichte & Gesellschaftssystem
Die außerirdischen Völker
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Dr. Caruthers kleines Tierleben


Geschichte & Gesellschaftssystem

Ajaer Scharutur - das „Reich der drei Sonnen“ - besteht aus zwei besiedelten Planeten und einem Ring aus Asteroiden, welche eine aus einem roten Riesenstern und einem weißen Zwerg bestehende Doppelsonne umkreisen. Neben diesen „Vatersonne“ und „Schildknappe“ genannten Sternen existiert noch eine dritte Komponente, ein brauner Irrläufer, welcher von den Astronomen nicht ganz falsch „Omen“ getauft wurde. Wann immer Omen innerhalb des Dreisternsystems steht, beschert der Stern den Bewohnern warme, fruchtbare Sommer, im Gegenzug allerdings legt er den Funk- und Flugverkehr innerhalb des Systems praktisch lahm. Obgleich Omen mehrere Jahrtausende für einen kompletten Umlauf benötigt, stellt er eine Konstante in der Existenz der überaus langlebigen Bewohner des Dreisternsystems dar.
Das Zwillingsvolk aus Nefilim und Annunaki entwickelte sich im Inneren des Sonnensystems, hat sich aber seither bis an dessen Grenzen hinaus ausgebreitet und hält sich zu Beginn des Romans für bereit, darüber hinaus zu gehen. Schon bald werden sie den Namen ihres Sternenreiches zu Erbet Kibratim, „Die vier Welten“, ändern...
Die Historie dieser Außerirdischen kennt keine untergegangenen frühen Hochkulturen, sondern verlief ihren eigenen archäologischen Befunden zufolge sehr linear. Wenn ein Nefilimgelehrter vom „Mittelalter“ spricht, bezieht er sich dabei auf jene Ära zwischen dem Einsetzen der ersten schriftlichen Aufzeichnungen und der Aufnahme der Geschichtswissenschaft ins Curriculum der Universitäten im Zeitalter der Industrialisierung.
Weniger gründlich erforscht ist der biologische Ursprung des Zwillingsvolkes. Theologen und Wissenschaftler sind sich darüber einig, dass sich die Annunaki gemeinsam mit dem restlichen Tierreich entwickelten, über den Zeitpunkt und die Ursache der Spaltung in zwei Unterarten hingegen herrscht Uneinigkeit. Die ältesten eindeutig als Nefilim zu identifizierenden Überreste stammen aus archäologischen Schichten, die bereits Zeugnisse sesshafter Annunakikulturen aufweisen.
Nachdem in grauer Vorzeit ein besonders planetennaher Durchgang Omens zu einer globalen Welle der Unfruchtbarkeit geführt hatte, starben viele Arten, darunter die meisten der Primaten, aus. Übrig blieben die Annunaki, eine in ihrem von zumeist geflügelten Kreaturen dominierten Ökosystem eigentlich hoffnungslos unterlegene Spezies. Ihr überlegener Intellekt in Verbindung mit einer geringen telepathischen Begabung ermöglichte es ihnen gegen jede Wahrscheinlichkeit, nicht nur zu überleben, sondern sich zur dominanten Art aufzuschwingen. Ein erneuter kritischer Durchgang Omens führte der allgemeinen Lehrmeinung nach zur Abspaltung der Nefilim, einer robusteren, mit stärkeren geistigen Kräften ausgestatteten, Rasse.
Dass die jüngere Unterart ihre Vorgängerspezies nicht ausrottete, lag daran, dass die Nefilim rasch begriffen, wie gut es sich leben lässt, wenn man Diener besitzt. Auf diese Weise entwickelte sich nach und nach eine Zweiklassengesellschaft, in der sich einer Nefilimsippe mehrere Dorfgemeinschaften der zahlenmäßig überlegenen Annunaki zuordneten. Jeder Nefilim bezeichnete sich bald als Adliger, während die Annunaki das gemeine Volk bildeten.
Konkurrenz zwischen den Sippen (später durch den Begriff Clans ersetzt) führte zu Kriegen, diese wiederum zu Bündnissen und schon bald waren erste primitive Staaten gegründet. Die in der Gegenwart existierenden fünfzig Häuser gehören dem letzten überlebenden dieser Staaten, dem sogenannten „Haus der Fünfzig“ oder auch „Bund der Fünfzig Namen“ an. Der vermutlich cleverste Trick der im „Haus der Fünfzig“ organisierten Nefilimclans bestand darin, sich nicht nur auf die eigene Abstammung von den Igigi, den mythologischen Himmelsgöttern, zu berufen, sondern zu verkünden, dass auch die Annunaki eine Seele besäßen. Die Hoffnung auf ein angenehmes Nachleben motivierte die Annunaki dieses Bundes zu deutlich größerer Arbeitsleistung und Loyalität als jene, die von ihren Herren lediglich als kluge Tiere betrachtet wurden. Auf diese Weise erarbeitete sich das „Haus der Fünfzig“ einen nicht mehr aufzuholenden Vorsprung. Als die Nefilim ihren Heimatplaneten verließen, um den nächsten bewohnbaren zu besiedeln, hatten die Fünfzig Namen alle konkurrierenden Bünde ausgelöscht oder assimiliert.
Große Teile der Bevölkerung glauben in der Gegenwart, dass es schon immer ausschließlich die ihnen bekannten fünfzig Häuser gegeben hätte - über ihre unmittelbare Tätigkeit hinausgehende Bildung gehört nun einmal nicht zu den Privilegien des gemeinen Volkes.
Obwohl es besonders zwischen den von niederadligen Clans beherrschten Häusern noch immer zu Kriegen kommt, wird die soziale Hackordnung von der wirtschaftlichen Macht bestimmt. Die Börsenstatistik bestimmt die Rangfolge und damit den Einfluss eines Hauses im obersten Regierungsgremium, dem Hoftag. Obgleich das Adelsrecht dem Patriarchen des Herrscheden Hauses die Befugnisse eines Alleinherrschers einräumt, ist auch dieser Mann, der selbst im Weltraumfahrtzeitalter noch immer den eher peinlichen Titel „Großer An“ trägt, gut beraten, ab und an auf seine Berater zu hören.
Erst vor subjektiv kurzer Zeit musste der derzeitige Große An seinen Thron für mehrere Jahrzehnte räumen und einem Usurpator Platz machen, der seinen Machtanspruch nicht auf seine wirtschaftlichen Erfolge, sondern seine Abstammung vom ursprünglichen Gründervater der „Fünfzig Namen“ zurückführt. Im Verlauf dieser Krise sah sich der Große An gezwungen, ein kontroverses Gesetz zu verabschieden: das sogenannte Gleichstellungsgesetz erlaubt es Gemeinen im Rang eines Offiziers oder Hochgelehrten (Doktortitel und aufwärts), vom Landbesitz abgesehen sämtliche sonst nur Adligen zustehenden Privilegien in Anspruch zu nehmen. Die meisten Häuser wehren sich indirekt dagegen, indem sie die entsprechenden Offiziers- und Gelehrtenlaufbahnen ihren Gemeinen gar nicht erst eröffnen.
Doch die Welt von Erbet Kibratim befindet sich nicht erst seit einer Generation im Umbruch. Im Zuge der kompletten Besiedelung ihres heimatlichen Sternsystems mussten die Machthaber immer wieder Zugeständnisse an die Bürger machen. Der Prozess geht nur schleichend voran, was vor allem daran liegt, dass sich in Erbet Kibratim kein Bürgertum wie wir es kennen entwickelt hat. Land und Produktionsmittel befinden sich ausschließlich in Adelshand, was letzten Endes bedeutet, dass selbst der kleinste Schuhputzer nicht auf eigene Rechnung arbeiten darf, sondern Angestellter eines Adligen ist, an den er seine Einnahmen abführt, um aus seiner Hand Lohn zu empfangen. Zwar existieren einige Freistädte, die sich nicht im Besitz eines Clans befinden, doch auch dort sind es die Adligen, welche die Macht in ihren Händen halten. Messbarer Einfluss in einer Freistadt verschafft den Herren und Damen eine gewisse Unabhängigkeit von ihren Verwandten, ein Bürgerlicher hingegen profitiert kaum davon, seinen Wohnsitz in einer Freistadt zu haben.
Der Lebensstandard eines Adligen oder Gemeinen schwankt mit seiner Hauszugehörigkeit und seinem beruflichen Erfolg. Gerade in den größeren Häusern, die entsprechend viele Nefilimfamilien aufweisen, rutschen immer wieder Individuen in die Bedeutungslosigkeit ab. Erfolglose Adlige werden von ihren Standesgenossen geschnitten. Sie können weder mit Mitleid noch Unterstützung rechnen, wohl aber damit, hemmungslos ausgenutzt zu werden. Gemeine können das Pech haben, in ein Haus geboren zu werden, dessen Clan ihnen Wohnort, Berufs- und Partnerwahl vorschreibt, aber es gibt auch modernere Häuser, in denen Schulpflicht für beide Geschlechter herrscht, Urlaubsreisen durch das gesamte Dreisternsystem an der Tagesordnung sind und begabten Sprösslingen des gemeinen Volkes Universitätskarrieren offen stehen. Um nur einige Beispiele zu nennen: Die Untertanen des Hauses Qat erfreuen sich eines hohen Lebensstandards und wirtschaftliche Sicherheit, werden aber weitgehend unmündig gehalten. Frauen des Hauses Mon werden praktisch als Besitz ihrer Gatten (bzw. Väter) behandelt, ohne deren Erlaubnis sie noch nicht einmal die Wohnung verlassen dürfen, sie verfügen aber über das alleinige und unveräußerliche Recht, ihren Lebenspartner selbst zu wählen. Angehörige des Hauses T´ien schlafen häufig noch in Strohsäcken und kennen eine Warmwasserversorgung nur aus den Großstädten, ihre Frauen und Gemeinen genießen aber weitestgehende Emanzipation.
Eine besondere soziale Schicht stellen die Hauslosen dar. Dabei kann es sich um aufgrund von Verbrechen aus der Gesellschaft Ausgestoßene oder um Nachkommen solcher Verbannter handeln. Sie verfügen über keinerlei Bürgerrechte, gelten aber außer in besonders extremen Fällen nicht als vogelfrei, sondern weiterhin als Personen. Obwohl Verbannung als höchste mögliche Strafe in den Gesetzbüchern bezeichnet wird, argumentieren doch einige Juristen, dass ein solches Urteil beispielsweise lebenslanger Haft oder Folterhaft vorzuziehen sei. Adlige haben durch ein Verbannungsurteil natürlich mehr zu verlieren als Gemeine.
Die Abschaffung des Todesurteils vor zwei Generationen erklärt auch Abtreibungen, Embryonenforschung, medizinische Versuche an Personen und religiöse Personenopferzeremonien für strafbar. Gleichzeitig etablierte der damalige Regent ein allgemeines Recht auf Leben, wodurch der komplette Markt für Wasser und Speisesalz zusammenbrach - beide Substanzen sind nun kostenlos in großzügigen Mengen an die Untertanen abzugeben.

Tabelle: Die 50 Häuser

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